Archiv der Kategorie: Inspirierendes

Tanzen ins Licht

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Heute liegt dichter Nebel rundum über den Hügeln. Ich fühle mich wie eingemummt von diesem feinen und doch unnachgiebigen Schleier. Doch er hält mich nicht, ich bleibe beweglich. Und er macht Lust sich durch die sanften Hüllen hindurch ins Licht zu tanzen, das in mir drinnen lebendig wird, sobald ich loslege.

Bewegung tut mir immer gut,

z. B. wenn mir kalt ist, wenn ich eine leichte Verkühlung spüre, wenn ich den ganzen Vormittag über mit Recherchen oder Organisieren am Schreibtisch verbracht habe. Und mir hilft es sogar mir die Bewegung innerlich vorzustellen!

Manchmal habe ich keine Lust aufzustehen und Musik aufzudrehen. Dann bleibe ich, wo ich bin, setze mich aufrecht hin und schließe die Augen. Während ich ruhig atme, erlaube ich irgendeiner Musik in mir aufzusteigen. Ich beginne tanzende Körper vor meinem inneren Auge entstehen zu lassen und fließe selbst in diesen Tanz mit ein, innerlich, mit unsichtbaren Bewegungen. Ich lasse sie in meinen Organe tanzen: einzelne Zellen, kleinste Teile von mir, die sich schließlich wie die Wassertröpfchen im Nebel draußen durch meinen Körper bewegen, wirbeln, strömen, fließen.

Da kann es wild oder gemächlich zugehen, in gedämpften Farben oder ganz bunt. Und ich spüre, wie ich wieder munter, gleichzeitig ruhig und zutiefst froh werde.

 

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Und darauf freue ich mich schon:

auf den Individance-Kurs in St. Pölten, der am Dienstag, dem 8. November beginnt. In diesem wunderschönen Turnsaal, den ich schon beim Schnupperabend sehr genossen habe, haben wirklich viele Menschen Platz! Da werden wir uns von den herbstlichen Nebelschwaden genauso inspirieren lassen wie von den bunten Blättern, den Winterstürmen oder den schlafenden Knospen, die schon von ihrem Aufblühen träumen im Schutz von Laub und Schnee und warmer Erde.

Wenn du Lust hast dich durch den Winter zu tanzen und nebenbei Präsenz, Ausdruckskraft und Vitalität zu stärken, dann melde dich direkt bei der VHS St. Pölten an.

Der Kurs beginnt um 19:00 Uhr und dauert 1,5 Stunden, in denen vom genussvollen Warm up über inspirierendes freies Experimentieren bis zum kreativen Spiel mit deinen
spontanen Bewegungsimpulsen viel Tanz und Freude und Leichtigkeit entstehen.

Vielleicht sehe ich dich ja dort!

Einen frohen Herbst mit viel äußerlichem und innerlichem Licht wünscht dir herzlich

Gabi

 

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Foto Session in Linz

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Wenn ich tanze, dann bin ich glücklich. Das Zusammentreffen mit vier leidenschaftlich kreativen Amateurfotografen mit professionellem Zugang war ein Meilenstein in meiner Tänzerinnenlaufbahn, der mich gleichermaßen inspiriert und bereichert hat.

Hier ein paar erste Eindrücke:

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Foto: Kurt Wenger

 

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Foto: Franz Schmidt

 

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Foto: Wilhelm Camerloher

 

 

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Foto: Werner Schrotta

 

Auch mal zu dritt, wenn auch erst im Nachhinein! – Die Session war lustig, schweißtreibend und eine völlig neue Erfahrung von vier neugierigen Kameraobjektiven aufmerksam verfolgt zu werden.

 

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Foto: Werner Schrotta

 

Keep moving!

Herzlichst, Gabi

Warum wir jedem ein Grundeinkommen geben sollten | Rutger Bregman | TEDxMaastricht

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Transkription und Übersetzung von Gabi Gleiss

 

Meine Damen und Herren, heute möchte ich Ihnen eine große Idee vorstellen. Tatsächlich glaube ich, dass es eine der größten Ideen des 21. Jahrhunderts sein könnte. Es ist eine Idee, die Politiker aller Lager vereinen könnte, indem sie unser kaputtes Sozialsystem in Ordnung bringt. Es ist eine Idee, die Millionen von Menschen Würde verleihen und das erreichen würde, was wir besonders in unseren reichen und wohlhabenden Ländern längst erreicht haben sollten: die Ausrottung von Armut. Lies den Rest dieses Beitrags

Wie wir unsere Kinder sehen

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Freund oder Feind?

Kinder entspringen unserer Fortpflanzungsfähigkeit, sind ein Produkt unserer natürlichen menschlichen Triebe*. Diese Triebe können verteufelt oder ehrfürchtig als Quelle von Wundern erkannt werden. Genauso wie auch folglich die Kinder.

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Wie wir Menschen mit uns selbst umgehen, ob wir unser Handeln und Schaffen als wertvoll und gut ansehen, oder ob wir uns eher als willenlose Opfer fühlen, ohne Handlungsspielraum, als bloße Handlanger anderer, das wirkt sich auch auf die Sicht auf unsere Kinder aus.

Wer ihren starken Lebens- und Entdeckerwillen als Bedrohung empfindet, weil der eigene Wille lange gebrochen ist, der hat wenig Interesse daran, Kinder wachsen, sich glücklich entwickeln zu sehen. Er wird danach trachten Kinder zu regulieren, wie er das auch mit Flüssen und Pflanzen tut, ihr Tun und Treiben in klare Bahnen zu lenken, weil er das selber ja auch erlebt hat. Die Bedrohung muss unter Kontrolle gehalten werden. Kinder müssen gebildet werden.

Biologie, Hirnforschung, Pädagogik, Kunst

In all diesen Bereichen wurden in den vergangenen Jahren Bücher und Filme veröffentlicht, die sich mit dem Thema Bildung beschäftigen. Und es werden immer mehr. Für mich zumindest, denn meine Spürnase entdeckt diese Thematik mittlerweile ja schon fast überall.

Zwei Bücher möchte ich zum Thema heraus greifen:

Eines stammt von John T. Gatto, einem Lehrer, der in New York in seinen fast 30 Jahren Amtszeit zahlreiche Auszeichnungen in seinem Fach erhalten hat. Es wurde von Dagmar Neubronner ins Deutsche übersetzt. (Neubronner ist Mutter der zwei berühmtesten deutschen Schulabbrecher, hat einen Verlag gegründet und veröffentlicht über diesen eine bunte Auswahl einschlägiger Werke zum Thema Freiheit des Lernens.)

Von dem Buch, im Englischen „Dumbing Us Down“, in der deutschen Übersetzung „Verdummt noch mal“, sind auf der Genius-Website ein paar Seiten online zum Einlesen.

Wer gedacht hätte, der viel geschätzte Lehrer beschreibt stolz seine pädagogischen Errungenschaften und verrät Tipps und Tricks für seine Berufskollegen, den hat sicher schon der Titel verwirrt. Und nach der Einleitung ist vollends klar, dass dieses Werk ein anderes Ziel verfolgt. Was die Kinderseele schon irgendwie gespürt hat, wird hier messerscharf analysiert und ohne Beschönigung vor uns ausgebreitet.

Die verdeckten Lektionen, die unabhängig von Inhalten an jeder Regelschule vermittelt werden, sind verdummt_mnoch_malnach Gatto:

  • Verwirrung
  • Gesellschaftliche Schichtung
  • Gleichgültigkeit
  • Emotionale Abhängigkeit
  • Intellektuelle Abhängigkeit
  • Labiles Selbstbewusstsein
  • Man kann sich nicht verstecken

Lest selbst!

Als kleiner Appetithappen noch ein Zitat aus dem Vorwort: „Als ich in einem Vortrag unter anderem die berühmten sieben Gatto-Lektionen (Kapitel 1) präsentierte, verteilten wir vorher ‚Kotztüten‘ (wie im Flugzeug), nach dem Motto: Es könnte einem schlecht werden, wenn man begreift, wie Regelschulen die Lernfähigkeit unserer Kinder systematisch untergraben.“ (Vera F. Birkenbiehl)

Väter und Söhne

Aber es geht auch anders:

In „Mein Vater mein Freund Das Geheimnis glücklicher Söhne“ schreiben Arno und sein Sohn Andre Stern jeweils von ihrer Kindheit und Jugend und der Rolle, die der Vater in ihrem Leben spielt. Ein Bild von Respekt, Vertrauen und gegenseitiger Neugier entsteht vor dem Auge des Lesers/der Leserin, ein Bild der Entfaltung, der Kreativität und der Schaffensfreude. Mein Vater mein Freund

Die Umstände waren oft nicht gerade bequem und attraktiv, doch immer gab es Handlungsspielräume, für Eltern wie für Kinder. Und gegenseitiges Vertrauen, das auf einem generellen Vertrauen der Eltern in sich selbst fußte.

Was alles entstehen kann, wie originell und kraftvoll sich Lebenswege offenbaren, freut das Herz, inspiriert und gibt Vertrauen.

Das Potenzial Kinder

Was ist aus dem Vertrauen geworden, das Bauern ihrer Saat, Eltern ihren Kindern entgegenbringen? Es war Andre Stern in seinem Vortrag in Wels, der mit einem Bild das Publikum zumindest zum Lachen brachte.

Er erzählte von einem Mangokern, der in einem Glas Wasser nach wenigen Tagen aufbricht und zu keimen beginnt. „mango-329436_1280Niemand würde sagen, das ist ein außergewöhnlich begabter Mangokern!“- Hier kam der Lacher. – Das ist es einfach, was Mangokerne tun, wenn sie die geeigneten Bedingungen vorfinden.

Aber Kinder, die ihre Talente entfalten, weil sie dafür Raum, Zeit und Vertrauen bekommen, gelten schnell als hochbegabt in Kontrast zu den vielen anderen, die dies nicht tun. Wenige nur erkennen, dass diesen bloß die geeigneten Bedingungen fehlen. (aus der Erinnerung an den Vortrag von Arno Stern am 13. Oktober 2014 in Wels)

Der Widerspruch in sich

Wundern wir uns denn noch über die verheerenden Flutkatastrophen, die Städte und Dörfer entlang säuberlich regulierter Flüsse heimsuchen?

Wundern wir uns noch über die jährlich widerstandsfähiger werdenden „Schädlinge“, die über pestizidgetränkte Felder und Plantagen herfallen?

high-water-123200_1280Ich wundere mich nicht über die Gewalt und Aggressivität bei Kindern und Jugendlichen, deren Lebendigkeit durch sorgfältige Regulierung aller natürlichen Antriebe und gehirnwäscherischer Manipulation authentischer Wünsche und Bedürfnisse behindert wird. Wie die natürliche Kraft des Flusses muss auch die der Kinder irgendwo Ausdruck finden. Das ist physikalisches Gesetz!

 

 

Dies ist uns vielen ja schon einigermaßen klar, …

ABER …

gelingt es uns auch entsprechend dieser Erkenntnis zu handeln?

  • Wagen wir es, entgegen aller medialer Berieselung, uns selbst in den Mittelpunkt zu stellen?
  • Wagen wir es selbst zu denken und unseren Gefühlen (und körperlichen Symptomen) Glauben zu schenken?
  • Wagen wir es unseren Kindern zu glauben anstatt ihnen weiter jede Kompetenz zur Wahrnehmung ihrer eigenen Bedürfnisse und Gefühle abzusprechen?
  • Wagen wir es uns dem allgemeinen Fortschritt in den Weg zu stellen, uns aus dem Konkurrenzkampf zurück zu ziehen und gemeinsam mit anderen menschliche Werte entstehen zu lassen?
  • Wagen wir es unsere natürlichen Triebe und unsere Kinder wieder als Quelle von Wundern zu erkennen?

Wunder

Wer braucht noch Wunder, wenn eh schon alles technisch machbar ist?

Unsere Kinder zeigen uns, dass wir alles lernen können. Ob Sprechen, Gehen, Freundlichkeit, Kämpfen, Mechanik, Geometrie, Tanzen, Schach Spielen, Ski Fahren, Zweifeln oder Vertrauen. Stimmen die Bedingungen, so werden sie entweder zu RennfahrerInnen oder zu SozialarbeiterInnen, zu BaumeisterInnen oder Reinigungsfachleuten, zu ehrlichen, mitfühlenden und selbstsicheren Persönlichkeiten oder zu aggressiven, zerstörerischen, hilflosen AußenseiterInnen.

Es ist k/ein Wunder. Und alles hat seinen Wert und seine Berechtigung!

binoculars-100590_1280Wichtig hier ist der Punkt, dass wir Vorbilder sind. Wie wir unsere Kinder sehen, so sehen sie uns, so sehen sie die Welt, so sehen sie sich selber. Sperren wir sie ein, regulieren wir sie, stecken wir sie in ein Korsett aus absolutistischen Strukturen, dann sehen sie unsere Eingesperrtheit, die Welt als tote Ödnis, sich selbst machtlos ohne Wert und Nutzen.

Wäre es nicht schön, wenn Kinder wachsen und lebendig bleiben könnten in dem Bewusstsein kompetent, stark und liebenswert zu sein, etwas in der Welt bewirken zu können und vor allem mit ihrem persönlichen Beitrag willkommen zu sein?

Können wir Kinder so sehen? Können wir zuerst einmal uns selbst so sehen?

Ich weiß, das ist ein gutes Stück Arbeit. Doch für alle, die es ernst nehmen, von großer Freude und bereicherndem Erfolg gekrönt.

Danke für dein Interesse und eine Wunder-volle Zeit!

Gabi

Lernen und Verbundenheit

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Avatar_-_Aufbruch_nach_PandoraAnregung

Kürzlich habe ich erstmals den Film Avatar gesehen. – Ein erstaunliches und für mich ausgesprochen anregendes Erlebnis! Die meiste Zeit über war ich neugierig und aufgeregt ins Geschehen vertieft, körperlich ganz präsent und mit den Akteuren mitfiebernd.

Der Film hat mich auf voller Länger überrascht, schon weil ich ihn mir ganz anders vorgestellt hatte. Obwohl die filmtechnischen Leistungen mir den Atem raubten, drängen sie sich nicht in den Vordergrund. Was ich gesehen habe, ist ein fesselndes Traumbild unserer Zeit, in Farben und Formen brilliant ausgereizt und ins Herz treffend.

Sich verbinden

Wo die Hauptfigur, ein junger Kriegsveteran im Rollstuhl, weil gelähmt, in den Avatar-Körper „einsteigt“, sich verbindet mit dieser organischen Hülle, die aus menschlicher und der DNA der Planetenbewohner im High-Tech Labor gezüchtet worden ist, hat sich in mir ebenso eine Verbindung hergestellt. – Eine Erkenntnis, die ich körperlich spüren konnte.

Sein Geist, der eines kampfgeschulten Marines, mit all seinen Erfahrungen und Überzeugungen, übernimmt die Kontrolle über einen menschenähnlichen Körper mit teilweise aber völlig unbekannten Fähigkeiten und Eigenschaften. Dies entspricht für mich der Verbindung unseres Geistes mit unserem materiellen Körper, die wir oft gar nicht mehr wahrnehmen, geschweige an der wir arbeiten.

Wie er von einer der Planetenbewohnerinnen in die Lebensweise ihrer Art eingeführt wird, gleicht der Blitzentwicklung eines Säuglings zum Erwachsenen. Doch muss er seine durchaus schon erwachsenen, als Mensch gelernten Erfahrungsmuster durchbrechen um dem sehr ursprünglichen, naturverbundenen und kraftvollen Welt- und Selbstbild dieses Volkes nahe zu kommen.

Wir sind von Anfang an mit unserem Körper mitgewachsen, und unser Körper mit uns.

Verbundenheit chihuahua-618481_640

Auf vielen Ebenen hat sich die Erfahrung von Verbundenheit wie ein Rudel süßer Welpen an mich heran gemacht und mich verzaubert.

  • Einmal schon als die körperlich erlebte Verbindung mit der dargestellten Handlung, die Spannung, die Aufregung.
  • Diese Verbindung konnte ich gespiegelt sehen in der – im Film  technisch möglichen – Verbindung eines Menschen mit seinem Avatar-Körper, der auf dem fremden Planeten handlungs- und überlebensfähig ist. Vom Menschen kommen de facto einzig seine nicht-körperlichen Qualitäten (Geist, Seele?), sie verbinden sich mit den körperlichen Qualitäten des künstlichen Wesens. Und doch scheint da noch mehr darin zu stecken.
  • Verbindung findet statt in der Begegnung des beseelten Avatars mit der Frau des Planetenvolkes. Sie wird seine Lehrerin.
  • Die größte Lektion, die es zu lernen gilt, ist für den kämpferischen Geist des Ex-Soldaten die Verbundenheit mit allem, was um ihn herum ist. Ob es die wilden Tiere sind, die ihn zerfleischt hätten in seiner Unerfahrenheit, die exotischen Pflanzen in ihrer phantastischen bunten Pracht, oder die Samen des Ahnenbaumes, die ihn begrüßen und damit bekunden, dass er auf dem Planeten willkommen ist. Seine Verbundenheit mit allem, erkennbar im Respekt für und dem Wissen um die Arten und Formen des Lebens um ihn, gipfelt schließlich in der Fähigkeit, einen Flugdrachen zu zähmen und ihn zu reiten.
  • Ein materielles Zeichen des Verbindens, das sowohl zwischen den Einwohnern untereinander, als auch zwischen ihnen und Tieren oder Pflanzen immer wieder für Einstimmung und wertschätzenden Austausch slandscape-403165_640orgt, ist die Vereinigung von feinen Härchen aus dem langen Zopf der Wesen mit denen des anderen oder speziellen „Organen“ der jeweiligen Lebensform.
  • Dass Verbundenheit auch nonmateriell besteht, zeigt die Kommunikation mit anderen über weite Entfernungen hinweg. – Es wirkte auf mich fast wie das Reden über Sprechfunk, aber ohne jegliches technisches Hilfsmittel.

 

Das volle Potenzial

In der Geschichte sind die Planetenbewohner – ähnlich den Ureinwohnern unserer „unzivilisierten“ irdischen Landstriche – als im Vollbesitz ihrer körperlichen und geistigen Qualitäten dargestellt. Sie leben bewusst. Dazu gehört die Kenntnis ihrer eigenen Fähigkeiten, ihrer jeweiligen besonderen Bestimmung, als auch das Wissen über das, was sie umgibt, was sie nährt, was ihnen schadet, was sie heilt.

Diese Informationen ermöglichen ihnen als Gemeinschaft zusammen zu leben, in der jedes Individuum seine Stärken entwickelt und einbringt. So wird auch der „falsche“ Stammesgenosse unterstützt seine Eigenschaften zu entdecken und die Zusammenhänge zu erlernen.

In Avatar kommt sehr deutlich zum Ausdruck, welche Rolle die Gemeinschaft, der Zusammenhalt, das gemeinsame Tun und Wirken dabei spielen, wenn es darum geht seine Fähigkeiten und Stärken zu entwickeln. Der Neuling erfährt Ermutigung und Zweifel, Unterstützung und Ungeduld. Doch grundsätzlich bekommt er eine Chance, – Raum und Zeit und Vertrauen.

Da die Planetenbewohner mit den Kräften der Natur um sie herum verbunden sind, wissen sie deren Zeichen zu deuten. Sie spüren und wissen sich eingebunden in ein großes System, das von der Wissenschaftlerin in einer Sequenz als mit den Nervenverbindungen unseres menschlichen Körpers vergleichbar erkannt wird: der gesamte Planet als ein makrokosmisches Gehirn, in dem jeder Bestandteil Zugriff auf das große Ganze hat.

Entscheidung

Ich erkenne jetzt, aus einer völlig neuen Perspektive, plastisch und prägnant, dass auch mir als Mensch dieser Zugriff offen steht. Entscheide ich mich dafür diesen großen Zusammenhang zu sehen, zu fühlen, zu nutzen, dann bekomme ich Zugriff zu den Kräften, dem Wissen, das in allem steckt. Denn mein Erdendasein folgt sehr ähnlichen Gesetzen.

Körper und Geist sind eng miteinander verbunden, solange sich beides naturgemäß entwickeln kann. Gestern konnte ich zum Beispiel ein Baby dabei beobachten. Es nutzte die Haarspange seiner Mutter auf dem Boden als Trainingsinstrument. Die selbst gesetzte Aufgabe, dieses Objekt immer wieder zu greifen und anschließend weiter zu schubsen, forderte seine gesamte Aufmerksamkeit und Konzentration.

Es experimentierte mit Körperspannung, Drehbewegungen, Aufbäumen auf allen Vieren und Ausstrecken der Arme, ein – für den geschulten Blick einer Tänzerin – ganz ausgeklügeltes und facettenreiches, und durchaus anstrengendes Körpertraining. Durch andere Augen gesehen wiederum sensomotorische Übungseinheit, Yoga, etc.

Das Gehirn muss lernen

Spätestens mit Gerald Hüther ist es auch wissenschaftlich untermauert, dass unser Gehirn zum Lernen geschaffnerves-346928_640en ist. Es tut nichts anderes. Und das Gehirn ist bekanntlich mehr als nur die sensiblen Windungen in unserem Schädel. Man weiß inzwischen, dass sich Lernen und Denken über unseren gesamten Körper erstreckt. In den Zellen sind Erinnerungen gespeichert, die die Qualität ihrer Tätigkeit (gesund und lebendig oder krank und absterbend) ausmachen. Alle Teile unseres Körpers sind Bestandteil eines großen zusammengehörigen Gefüges, vergleichbar mit dem Planeten in dem Film.

Der Output zeigt den Input

Ich glaube, dass uns das oft nicht bewusst ist, wenn wir in der Tretmühle des Lebens eingespannt sind und es auch bleiben. Die Möglichkeiten Einfluss zu nehmen auf dieses Gesamtgefüge sind so zahlreich! Nur haben wir großteils nicht gelernt, dass es sie überhaupt gibt.

Ich bin für eine Ausbildung, in der die Kinder ihren menschlichen Körper kennen- und nutzen lernen! Überhaupt sehe ich das Bewusstsein der Verbundenheit als übergeordnete Grundlage allen Lernens. Und das betrifft

  • die Verbundenheit zum eigenen Körper (durch Ausleben der natürlichen Bewegungsbedürfnisse, Tanz, Sport, aber auch durch wohlige Berührung, Massage, bewusste Sexualität)
  • die Verbundenheit mit den Mitmenschen (durch die Anerkennung unserer gegenseitigen Abhängigkeit, der natürlichen Neugier, durch Achtsamkeit, Wertschätzung, den natürlichen Impuls zur Zusammenarbeit, Spiel, Gespräche, …)
  • die Verbundenheit mit anderen Lebewesen (durch die staunende Neugier, die Freude an Schönem, Besonderem, an einzigartigen Fähigkeiten und Formen, …)
  • die Verbundenheit mit dem Kosmos (durch die Wahrnehmung unserer Herkunft und Beschaffenheit, den Drang zu verstehen, das Bedürfnis nach Zugehörigkeit, Geborgenheit und Sinnhaftigkeit)

Abgeschnitten sein

Klar entsteht, wenn wir uns von uns selbst, von den anderen und der Welt abgeschnitten fühlen, Angst. Und in dieser Angst sind wir alle offen für jede Art von Rettung, die uns angepriesen wird. Panisch (siehe Stress!) und meist völlig unbewusst folgen wir allen „Hinweisen des Gesundheitsministers“, den Zeitungs- und Internetdoktoren, Finanzexperten und Junkfoodanbietern, die uns Erlösung, Glück und Gesundheit verheißen.

Menschen, die voll Selbstvertrauen in ihrem Dasein verwurzelt sind, brauchen sich nicht künstlich aufzuputschen, oder zu beruhigen, in keine virtuellen oder Urlaubs-Welten flüchten, sie brauchen keine TV-Helden, die für sie täglich das Leben leben und keine Medien, die ihnen das Denken abnehmen. Sie leben und denken und genießen selber im Vollbesitz ihrer körperlichen und geistigen Möglichkeiten.

Mein Wunsch

Ich bin für eine Ausbildung, die das Wissen um die Möglichkeiten unseres Menschseins einbezieht! So vieles wissen wir über die gesundheitsfördernden Wirkungen von Bewegung, von zwischenmenschlichem Austausch, von Geborgenheit, von sinnvoller Herausforderung und kreativem Ausdruck! Ich wünsche mir für unsere Kinder, dass ihnen dieses Wissen von Anfang an zugänglich gemacht wird. Besser ausgedrückt: dass sie von diesem Wissen, das sie ganz natürlich in sich tragen, nicht abgeschnitten werden durch Belehrung und Indoktrination.

Ich wünsche mir, dass wir Erwachsenen die Kraft und das Potenzial  erkennen lernen, das in der nächsten Generation vor uns heran wächst. Und dass wir selber unser eigenes Potenzial wieder entdecken, das oft sehr tief verschüttet ist. Ich wünsche mir, dass wir alle miteinander lernen, wie einzigartig ausgestattet jede und jeder ihr bzw. sein Leben beginnt, und wie einzigartig wir alle zu dem beitragen, was wir vorfinden. tree-527815_640

Mein eigener Weg führt mich immer wieder zu Menschen, die sich in unterschiedlicher Weise mit diesem Themenkreis befassen. Es gibt bereits sehr viele! Wir lernen! Und mein größter Wunsch ist, dass ich selber etwas beitragen kann, dass Menschen (wieder) in den Vollbesitz ihrer menschlichen Fähigkeiten gelangen.

In tiefer Verbundenheit

Gabi

Positive Pädagogik

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positive pdagogik buchPer Zufall ist mir dieses Buch untergekommen und ich lese dankbar die grandiose Sammlung von äußerst relevanten und bereichernden Zusammenführungen und Diskussionen.

Es ist eine ungeheure Freude hier jemandem zuzuschauen, wie er eine bunte Kette aus schlüssigen Argumenten Perle für Perle auffädelt und – noch ein Bild – alle Zutaten zu einer geschmackvollen und bekömmlichen Speise mischt, die man schon längst hätte kosten wollen, eine Speise, die sich bewusste Pädagogik nennen könnte.

Ich bin noch mitten drin im Lesen, – auf die Beispiele aus der Praxis bin ich schon besonders neugierig.

Das Buch wirkt auf mich sehr inspirierend und bringt neue Impulse in meine eigenen Überlegungen. Allen, die sich Gedanken über das Wie und Warum von Lehren und Lernen machen, kann ich es wärmstens empfehlen.

Mehr zum Autor findet ihr unter www.olaf-axel-burow.de.

Viel Freude und ermutigende Lektüre wünscht euch

Gabi

Sir Ken Robinson on Education and Creativity

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Ken Robinson forscht, lehrt und wirkt auf dem Gebiet Pädagogik und Kreativität schon viele Jahre. Bekannt wurde er durch seine Bücher und durch Vorträge im Rahmen von TED Konferenzen, wo er seine kraftvollen Ideen einem weltumspannenden Publikum in humorvoller und bildreicher Weise nahe bringt.

In dem ausgewählten Vortrag geht es um Kreativität als gleichwertiges Bildungsziel neben Alphbetisierung und mathematisch-logischem Training.
Die ungeheuren Talente von Kindern werden achtlos vergeudet, solange unser Fokus auf bloß einem kleinen Teil ihrer Fähigkeiten liegt.

Viel Spaß und Aha-Erlebnisse!

 

Damit wir Erwachsene diesen Blickwinkel erreichen können, hilft es uns selbst unsere Talente und Möglichkeiten frei zu legen. „Finding Your Element“ – ist wohl das  Buch dazu, das Ken Robinson uns an die Hand gibt, sodass wir uns und unseren Kindern nicht länger im Weg stehen müssen mit den begrenzten, und dadurch begrenzenden Erfahrungswelten.