Archiv der Kategorie: Reisetagebuch

Reisetagebuch Tag 8, Tag 9, Tag 10

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Langsam sammeln sich immer mehr Tage zusammen! Das stört mich. Jetzt, wo mein Sohn Ferien hat, braucht es neue Strukturen, damit mein Tagebuch weiter seinen fixen Platz hat. Ein gutes Training dafür auf mich selbst zu schauen!

Was ich unbedingt sagen wollte: Es berührt und freut mich sehr, dass es da Menschen gibt, die meine Erfahrungen und Erlebnisse interessieren und die immer wieder vorbei schauen! Danke!

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Diesmal möchte ich ein ganz persönliches, wichtiges und anrDSCN3212.baegendes Thema anschneiden. Das Tanzen.

Mittwoch war mein Tanztag. Von 8:00 bis 9:30 Uhr kann ich hier in Wels einen schönen großen Raum günstig nutzen. Fast ein Jahr habe ich dazu gebraucht dort anzufragen. Und in Wahrheit ging es darum mir überhaupt dieses Bedürfnis zuzugestehen und diese Freude zu gönnen.

Diesmal war Boris mit und hat seine neue Kamera ein wenig ausprobiert. (siehe Fotos!)

Es tat gut zu schwitzen und den Muskeln einen feinen Grund für ihr Dasein zu geben. Und ich habe mich so gefreut über Boris‘ Fähigkeit heimlich und dezent wirklich spannende Fotos zu machen!

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Tanzen ist meine große Leidenschaft, mein Lebenselixier. Gute Musik und ausreichend Platz bringen mich zum Strahlen.

Und gleichzeitig steckt es voller Fragen und Hemmungen.

Seit vielen Jahren tanze ich, allein für mich, auf Tanzfesten, in Workshops und Kursen, und bei Tanzabenden oder -kursen, die ich selber anbiete. Mit Bernhard kann ich nun sogar meiner Begeisterung für Paartanz nachgehen,  – dafür müssen wir uns allerdings erst ein paar organisatorische Voraussetzungen schaffen.

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Tanz hat große Kraft!

Schon als Kind habe ich die Freude am Tanzen gespürt.

Ich habe aber auch Kräfte wahrgenommen, die mich davon weg holen wollten. Die Tanzen als unseriös, TänzerInnen gar als peinlich empfunden haben. Wo immer das herkam, – diese angstvolle, kritische Sicht hat sich ebenso in mich eingeprägt.

Mit diesem Zwiespalt lebe ich.

Mich beschäftigt – vielleicht gerade dadurch – die Frage, wie es kommen konnte, dass wir Menschen uns so weit von unserem Körper und unserer Ausdruckslust entfernt haben.

Tanz hat große Kraft! Wo liegt diese Kraft?

  • Tanzen macht uns körperlich stark. Wer tanzt, hat ein vielseitiges Muskel- und Ausdauertraining, das verbunden ist mit Freude und Loslassen von Spannung. Ein enormer Trainingseffekt, der beinahe von selbst kommt! Der Tonus tanzender Menschen ist hoch, weshalb sie präsenter wirken und eine starke Ausstrahlung haben. – Könnte jemand davor Angst haben?
  • Tanzen hält uns beweglich. Die mühelosen, spontanen Bewegungen, die unser Körper als Antwort auf Rhythmus und  Musik produziert, beteiligen jeden Körperteil, jedes Gelenk, die feinsten Verbindungen. Beweglichkeit des Körpers steht in engem Zusammenhang mit geistiger Beweglichkeit. Wenn ich viel tanze, fühle ich mich kreativer, offener, bereit für Neues. – Könnte jemand davor Angst haben?

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  • Tanzen schafft eine gute Verbindung zwischen Geist und Körper. Bei Maria Montessori habe ich gelesen, dass die Möglichkeit sich frei zu bewegen, – eine ihrer zentralen Prinzipien in der Pädagogik -, dem Menschen einen natürlichen Lernprozess ermöglicht: und zwar die willentliche Steuerung seines Körpers durch seinen Geist zu üben. Unser Körper ist unser Vehikel in diesem Leben. Wenn wir nicht mit unserem Auto fahren, verlernen wir die selbstverständlichen Handgriffe, die Mechanik verrostet und die Elektronik wird schadhaft. Ein menschlicher Körper hat so viel mehr Potenzial als ein Auto! Fortbewegung und Transport von Dingen sind ein kleiner Bruchteil davon. Durch den kreativen Ausdruck kann im Tanz eine Vielzahl an neuronalen Verschaltungen aktiviert und dadurch willentlich nutzbar gemacht werden. Auch dieser Aspekt führt zu größerer Präsenz im Körper, in Form von feinerer Wahrnehmungs- als auch Gestaltungsfähigkeit. – Könnte davor jemand Angst haben?
  • Tanzen ermöglicht es Spannungen zu lösen. Wenn wir tanzen, dann lassen wir uns üblicherweise ein auf einen Rhythmus und was der in unserem Körper bewirkt. Oft schütteln und lockern wir dabei ganz unbewusst angespannte Muskelgruppen. Zusätzlich geben wieder belebte Muskelpartien des Stützapparates genügend Halt um an anderer Stelle Spannung nachzulassen. Entspannte Menschen fühlen sich wohl in ihrem Körper, sie sind auch psychisch ausgeglichener. – Könnte davor jemand Angst haben?

Die Frage hinter jedem Absatz klingt provozierend und vielleicht absurd. Doch gibt es Menschen und von Menschen geschaffene Institutionen, denen geschwächte, abgestumpfte, hilflose und unzufriedene Menschen lieber sind, weil sie unsicher sind, nicht nachfragen, sich in Gegebenes fügen und verzweifelt nach Ersatzbefriedigungen suchen.

Geschwächte Menschen versuchen, andere Menschen unter Kontrolle zu bekommen. Dabei könnten sie sich besser helfen, indem sie sich selber stärken! Zum Beispiel durch ein Zugeständnis an echte Lust und Lebensfreude. Und dann kommt auch das Tanzen!

Tanzen ist ja noch viel mehr:

Es löst Glücksgefühle aus durch Endorphinausschüttung, bringt unsere Bestandteile sowieso in höhere Schwingung, lässt uns die Verbundenheit mit allem spüren, sodass wir uns geborgen und ganz fühlen, und holt uns nicht zuletzt ins Hier und Jetzt.

Würden wir alle mehr tanzen, – vieles würde sich ändern!

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Ein paar persönliche Wünsche noch in diesem Zusammenhang:

  • Räume! Schaffen wir Räume, große, hohe Räume mit Holzböden und vielen Fenstern. Und dann tanzen wir darin, zumindest einmal die Woche!
  • Weg mit dem Perfektionismus irgendwelcher Vorbilder! Hauptsache, wir fangen wieder an uns zu bewegen.DSCN3238.ba Die Geschmeidigkeit kommt! Ganz sicher!
  • Tabus und Glaubenssätze! Lassen wir los, was uns daran hindert unsere Hüften zu bewegen, unsere Körper schön zu finden und es zu genießen, wenn eine herzhafte Musik uns unverhofft in die Glieder fährt und wir bisher nie für möglich gehaltene Bewegungen hervor bringen!

Ich freu mich darauf, immer mehr zu tanzen und Menschen tanzen zu sehen!

 

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Reisetagebuch Tag 7

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Meine Reise hat immer wieder mit ankommen zu tun. Jede Reise hat das wohl. Unterwegs sein und wieder ankommen. Und wieder unterwegs sein. Und wieder ankommen.

Gestern habe ich noch etwas Spannendes erlebt in diesem Zusammenhang.

Es war ein Tag, an dem ich so gar nicht richtig zuhause ankommen wollte. Draußen war trübes Wetter, drinnen war ich müde und angespannt von den vielen Überlegungen, Zweifeln und Unklarheiten, was dieses Schulgründungstreffen betraf.

Eigentlich hätte ich mich am liebsten eingegraben irgendwo, mich zurück gezogen von allem und gewartet, bis sich meine Stimmung wieder aufhellt.

Ich wollte mich gar nicht mit unserer lieben Freundin treffen, mit der wir Visionen und Kräfte bündeln für ein gemeinsames, lebenswertes Kunterbuntes Dorf. Doch es war klar, das Treffen war schon einmal verschoben worden, wir fahren hin.

Wie gut hat es mir schon getan mit Bernhard einen leckeren Mangold-Strudel zu backen. – Ähnliches wird auch in der Traumapädagogik angewandt als Technik zur Krisenbewältigung:

  • der Umgang mit duftenden Lebensmitteln, Gewürzen, Kräutern
  • die feine Arbeit mit den Händen
  • etwas Leckeres entstehen zu sehen,

– das holt zurück auf die Erde, ins Jetzt. Und es gibt das Gefühl von Wirksamkeit und dadurch Sicherheit. Bei mir hat es sehr gut gegriffen!

Und dazu hab ich mir auch noch eine Tasse Kakao mit ein paar Bröserln Löskaffee schmecken lassen. Von nun an ging’s bergauf.

Der Strudel ist punktgenau fertig geworden, wir haben ihn ins Auto gestellt und sind los gerauscht.

Was soll ich sagen? Das Treffen war einfach ein Genuss! Ich hatte mich dazu entschieden das Beste zu erwarten, hatte mich eingelassen, ohne viel Aufwand, und war reich beschenkt worden.

Was waren die Geschenke denn?

O Erst einmal eine herzliche und tief berührende Offenheit! Wie leicht es da für mich war anzukommen! An diesem Ort, aber auch in mir selbst! Wir alle waren müde an diesem Tag, aber niemand vertuschte das, oder bemühte sich krampfhaft um pflichterfüllende Aktivität.

O Wir machten, was uns gut tat und Freude machte! Wir ließen uns den Strudel schmecken, zu dem Sonnja noch blitzschnell eine  köstliche Sauce zauberte und erzählten einander die aktuellen Neuigkeiten. Auch wenn manche Details davon unangenehm oder fordernd waren, hinterließ das Gesamtgefüge unserer Geschichten für mich ein Bild, das mich zuversichtlich stimmt.

Vielleicht erzähle ich kurz von unserer Vision, damit diese Informationen einen Zusammenhang bekommen:

Bernhard und ich sehnen uns schon lange nach einem Wohnort, wo wir sowohl von viel Natur, als auch von freundlichen, lebensbewussten Menschen umgeben sind.

Dies kann im Idealfall ein kleiner Ort sein, in dem biologische Landwirtschaft betrieben wird, kulturelle Offenheit herrscht und die Bereitschaft vorhanden ist sich miteinander und mit einer guten, nachhaltigen, kreativen, gesunden und lernoffenen Lebensweise auseinander zu setzen.

Auf dem Weg zur Verwirklichung dieser Sehnsucht ist uns Sonnja begegnet, deren Vision sich mit unseren Vorstellung auf freudigste Weise verschwistert und vereint.

Uns alle Drei beflügelt die Idee, dass in diesem Rahmen Bildung und Lernen für alle in freier, individueller und gegenseitig unterstützender Weise stattfinden kann. Was immer aktuell für jemanden wichtig ist, das soll er/sie lernen können!

Erst gestern ist uns der Name „Ein kunterbuntes Dorf“ dafür zugeflogen.

O Weil wir uns für das geöffnet haben, was sich im Moment für alle als wohlig erweist, war für die anstehenden Vorhaben enorme Motivation und Konzentration da! Der Flyer, der schon seit einiger Zeit fast fertig ausgearbeitet da liegt, hat plötzlich ganz viel Aufmerksamkeit bekommen.

Neue Formulierungen haben sich aufgedrängt. Das, was schon geschrieben war, konnte noch deutlicher, noch runder werden. Gegenseitiges Inspirieren, Zeit zum Nachspüren und schließlich ein gemeinschaftliches Ja zu den Veränderungen, – wie ungemein befriedigend!

O Der Impuls unsere Vision uns wirklich mit allen Sinnen vorzustellen, hat uns zum Schluss noch zu dem neuen, für alle sehr beglückenden Namen für unsere Unternehmung geführt: Ein kunterbuntes Dorf! – Das klingt für mich nach einem lebendigen, einladenden Ort, wo gegenseitiges Wahrnehmen und Vertrauen, Teilen, Wertschätzung und Raum zum Wachsen, Lernen, Gestalten, Feiern und friedlichen Sein zu finden sind!

***

Reich beschenkt, nach einem leckeren Kuchen und Eis (Schmatz!), haben Bernhard und ich uns wieder auf den Weg gemacht.

Die ganze Buntheit unserer Vision in mir, war ich ganz glücklich und habe die Fahrt dankbar genossen. Katie Meluas farbenfrohe Musik war ebenso Bestandteil dieses erquicklichen Gesamterlebnisses wie die ausgiebige Nackenmassage, mit der ich Bernhard liebevoll verwöhnt habe, während er uns sicher und entspannt nach Hause chauffierte.

So bin ich gestern so richtig angekommen erst dadurch, dass ich bereit war mich auf den Weg zu machen und mich für etwas Größeres zu öffnen, das über meine kleine, für ein paar Momente etwas trübe erscheinende Welt hinaus greift, – weit, strahlend, einladend, – und dass mich so nimmt und braucht und will, wie ich bin!

~Mit einem liebevollen und herzlichen Lächeln für dich! ~

Reisetagebuch Tag 6

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Vermutlich ist es heute das letzte Mal, dass ich mein Reisetagebuch hier auf meinem Stand PC schreibe. Vielleicht schon morgen bin ich völlig flexibel und kann meine Gedanken und Worte überall sprudeln lassen! Juhuu! – Ein großer Schritt in die richtige Richtung!

Auch wenn ich zu Beginn sicher mit einigen Umstellungen konfrontiert sein werde, die Geduld und Flexibilität fordern, freue ich mich schon auf die vielen neuen Möglichkeiten! Ich kann diese Herausforderungen ja als Lernchancen sehen, weil ich motiviert bin und einen tieferen Sinn dahinter erkenne. Ich bin sicher, dass ich die wichtigsten Veränderungen ganz schnell erfasst haben werde.

Darin liegt eine tiefe Weisheit, die ich erst als Erwachsene in ihrer vollen Tragweite zu begreifen beginne: Ich verstehe mit Leichtigkeit die Zusammenhänge, die etwas mit mir und meinem tatsächlichen Leben zu tun haben.

Und das – so glaube ich – geht uns allen so. Das macht auch Sinn, oder nicht? Wieso sollte eine Bewohnerin des Regenwaldes sich mit dem Überleben bei minus 30° C befassen oder der Eskimo mit Jagdmethoden von Zebras in der afrikanischen Savanne? Klar, wenn sie oder er eine Reise vorhat und diese für ihn fremden Bedingungen kennen lernen will, dann wird sie oder er sich mit Neugier darauf vorbereiten. Aber wenn nicht?

Ich werde lernen mit einem neuen Notebook zurecht zu kommen, mit neuen Programmen, die darauf installiert sind und mit den Eigenheiten, die so ein kleines Gerät im Gegensatz zu einem großen Standcomputer eben hat. Weil ich darauf schreiben will. Weil ich diese Freiheit genießen und nutzen will. Weil das sehr viel mit mir zu tun hat und der Art wie ich mein Leben führen will.

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Eigentlich wollte ich über meine Eindrücke vom gestrigen Treffen schreiben. Was war das denn nun?

Es hat in einem wunderschönen Ambiente statt gefunden. Eine Gruppe engagierter Menschen, die gerne an der Gründung einer neuen Freien Schule mitarbeiten wollen.

Konkrete Vorschläge, schon sehr weit ausgearbeitet, sind einerseits auf große persönliche Bereitschaft, andrerseits auch auf Zweifel an der Möglichkeit der Umsetzung und tiefsitzende alte Ängste mancher Anwesenden gestoßen.

Eine Gemeinschaft aus interessanten Menschen, bunt und vielseitig. Mir brummt der Kopf, denn es gibt keine gemeinsame Ausrichtung, kein Zentrum, keine Seele. Eine Fülle an Zurufen, Wünschen, Absichten.

Ich werde diese Erfahrung setzen lassen. Wirken lassen. Weiter gehen. Die Früchte ernten, denn die gibt es:

  • Unsere Kinder brauchen eine Gemeinschaft aus Erwachsenen, in die sie hinein wachsen können.
  • Eine Gemeinschaft, das sind für mich Menschen, die einander respektieren und wertschätzend miteinander umgehen.
  • Eine Kultur des Zuhörens, des Rücksicht-Nehmens, der Achtsamkeit gehört für mich dazu.
  • Ich wünsche mir, dass die Erwachsenen bereit und fähig sind ihre Themen selbstverantwortlich zu bearbeiten und sich dafür Unterstützung und Raum zu organisieren.
  • Als Vorbilder für unsere Kinder sind wir die, die gegenseitige Wertschätzung, sinnvolle Aktivität, Selbstmitgefühl und Erholungsfähigkeit, Engagement für das Ganze und Verbundenheit mit der Natur leben müssen, wenn wir wollen, dass auch sie es leben sollen.
  • Ich als Erwachsene bin verantwortlich dafür, dass es mir im Sinne meines Lebensplanes gut geht. Mein Kind kann davon nur profitieren, denn es hat eine glückliche und ausgeglichene Mutter und lernt nebenbei ganz natürlich diese Selbstverantwortlichkeit.

Ich wünsche mir eine solche Gemeinschaft, in der diese Grundsätze für alle von Bedeutung sind.

Reisetagebuch Tag 4 und Tag 5

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Oh, wie gut es manchmal tut keine Termine zu haben. Der ganze Tag liegt vor mir. – Das ist Freiheit!

Nun, ganz so ist es heute zwar nicht. Abends treffen wir uns mit Freunden südlich von Steyr zu einem anregenden und zukunftsträchtigen Thema. Doch das wird sicher gemütlich und locker.

Aber nach zwei Tagen auf Achse bin ich unendlich dankbar, dass ich am heutigen Sonntag hier zuhause ankommen darf. So richtig.

Ich bin schon wohlig in der Hängematte draußen in unserem kleinen Garten gelegen, habe dem melodiösen Gesang der Amseln zugehört und den Duft von Grün und Erde eingeatmet. Dadurch, dass sich so vieles bewegt und verändert in mir, brauche ich umso mehr Zeit der Ruhe und des einfach sein-Könnens.

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Vor wenigen Tagen, bin ich zu dem Entschluss gekommen, mich zu öffnen, – meinen Blick, meine Wahrnehmung, mein Bewusstsein. Der Impuls ein Reisetagebuch zu schreiben wurzelt ja gewissermaßen in diesem Entschluss, weiter zu werden. Meine Ziele – wie erwähnt: der neue Wohnort, eine einträgliche Möglichkeit meine Stärken einzusetzen, mich darin im besten Fall auch noch dem naturgemäßen, stimmigen Heranwachsen von uns Menschen zu widmen – sollen die bestmöglichen Chancen auf ihre Verwirklichung bekommen!

Es ist etwas in Fluss gekommen! Schon das erwähnte Buch von René Egli, „Das Lol²a-Prinzip“, das wundersam in mein Leben gepurzelt ist, hat in mir das Unterste zu Oberst gekehrt. Die Freude beim Lesen, das kontinuierliche „Jaaaa!“, das wie ein Echo von meinen inneren Wänden widerhallt, zeigt mir, es ist genau der richtige Zeitpunkt diese Botschaften aufzunehmen!

Kurze Zeit später hat eine Freundin dieses unglaubliche youtube-Video weiter geleitet, in dem es um sehr ähnliche Themen geht, das sehr ähnliche Begeisterung in mir auslöst.

Seit drei Tagen rinnt meine Nase. Ich fühle mich wie mit ärgstem Schnupfen. Auch meine Blase hat „Schnupfen“, – alles fließt. Wenn ich vorgestern noch recht gehadert habe mit diesem unangenehmen Zustand, so bin ich inzwischen froh über die Erkenntnis, dass diese körperlichen Ausscheidungsprozesse mit meinem inneren Umbau zu tun haben! Ich kann sie akzeptieren und anerkennen, dass Gutes geschieht!

Und ich kann mir zugestehen, dass ich Zeit und Ruhe brauche. Arbeit findet nicht immer äußerlich sichtbar statt! Wieder einmal erkenne ich, dass mein Körper mir ja deutlich zeigt, was ich brauche. Ich darf es schon ernst nehmen!

Leider, – das ist mir dieser Tage auch aufgefallen, – kann ich manches, das mir begegnet, nicht so leicht ernst nehmen. Und das sind wichtige und grundsätzlich sehr schöne Dinge!

Ganz ein einfaches, kleines Beispiel: mein lieber Mann und ich teilen uns gestern einen Salat. Schon zum Ende hin überlässt er mir (plötzlich und völlig unerwartet?!) ein wunderschönes, leckeres Radiccio-Blatt, das letzte seiner Art in der Schüssel. Vor lauter Überraschung frage ich zur Sicherheit noch einmal nach, ob er das wirklich ernst meint. Und da lächelt er mich schon an, weil das nicht das erste Mal ist, dass ich eine liebevolle Freundlichkeit von ihm gar nicht glauben kann.

Ja, natürlich meint er das ernst! Er hat es ebenso ernst gemeint,  dass er für mich in der Früh den Ventilator abdreht, weil ich dauernd niesen musste. Und, dass er heute tatsächlich noch einmal alleine nach Salzburg fährt um mir mein neues Notebook abzuholen, weil es sich gestern nicht mehr ausgegangen ist!

Was ist es, das mich so verwirrt, wenn jemand mir solche Geschenke macht? Wenn jemand mich verwöhnt? Wenn jemand genau das tut, was mir im Moment die größte Freude bereitet oder den größten Dienst erweist?

Dass ich heute diesen Tag Ruhe so dringend gebraucht habe und gleichzeitig aber dieses Notebook mir schon so lange wünsche, hat mich für wenige Sekunden zum Verzweifeln gebracht, als sich heraus gestellt hat, dass wir es gestern nicht mehr holen können. Bis mein lieber Bernhard gemeint hat, er erledigt das heute voll Freude, und ich kann meine geruhsame Zeit hier zuhause genießen.

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Zu meinem Lernziel anzukommen, wie ich es am ersten Tag formuliert habe, gesellt sich hier klar ein zweites: ich möchte lernen, dass ich es wert bin Geschenke zu bekommen!

Zum Glück ist Bernhard nicht beleidigt, wenn ich seine „lauteren Absichten“ anzweifle mit meiner Ungläubigkeit. Und wir reden auch darüber, was mir hilft über die Hintergründe und Veränderungsmöglichkeiten nachzudenken.

Denn, wenn ich weiterhin nicht daran glauben kann, dass mir Gutes widerfährt, wie soll es mir dann widerfahren?

Da muss ich an meine erste Lehrmeisterin in Sachen Selbstwertschätzung denken: Louise L. Hay, die Frau, die positive Affirmationen in Amerika – und schließlich auch in Europa – populär gemacht hat.

  • Ich bin es wert, geliebt zu sein!
  • Ich bin es wert, reich und glücklich zu sein!
  • Ich bin es wert, vom Leben beschenkt zu werden!

Solche und ähnliche Sätze sollen unsere alten Überzeugungen verdrängen, die meist mit Abwertung, Demütigung und Selbstkritik zu tun haben. Wenn wir beginnen daran zu glauben, dass wir liebenswert sind und glücklich sein dürfen, dann erst können wir es uns erlauben und es wird für uns Wirklichkeit werden!

Dieses Prinzip ist heute schon vielfach bekannt. Unsere Gedanken haben Macht! So wie Materie – wie sich durch die Quantenphysik heraus gestellt hat – sind auch unsere Gedanken Schwingungen und so imstande Realtität zu schaffen und zu verändern.

Was ich von mir selbst denke, das bin ich!
Was ich von der Welt denke, das ist die Welt!
Was ich von meinen Mitmenschen denke, das sind sie!

So steht es bei René Egli nun auch schon seit einigen Jährchen.

Und bei anderen heißt es: Was du zu glauben imstande bist, das wird auch geschehen! Oder: Was du dir möglichst naturgetreu und unter Einbeziehung aller Sinne vorstellen kannst, das wird für dich Wirklichkeit werden! Das muss es sogar! (siehe Abraham Hicks)

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Ich will mir nicht mehr vorstellen, dass Menschen mich anlügen, mich ausnutzen wollen oder mir Steine in den Weg legen! Es liegt ja an mir, – ich kann mich frei entscheiden! So oft habe ich das schon erlebt, dass ich mit guten Erwartungen an Menschen oder in Situationen heran gegangen bin, und die guten Erwartungen sind mindestens erfüllt worden!

Manchmal braucht es liebevolle Anschubser von lieben Menschen, wenn ich dieses Wissen gerade nicht so präsent habe. Und die gibt es dann auch! Ich bin sehr dankbar dafür!

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Heute Abend geht es also noch zu einem Treffen. Das Thema ist Freie Schule. Einige Menschen haben sich dazu schon auf den Weg gemacht, und wir wollen gerne hören, was sie vorhaben und ob wir da einsteigen können.

Mehr dazu schreibe ich morgen.

Einen glücklich reichen und gedankenbewussten restlichen Sonntag dir!

Reisetagebuch Tag 3

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Langsam erwärme ich mich mit dem heißen Tee.

Gestern war das Schulabschlussfest meines Sohnes und ich habe bitterlich gefroren trotz der anregenden Gespräche und der leckeren Köstlichkeiten vom Mitbringbüffet.

So bin ich heute aufgewacht mit einem etwas geschwächten Körpergefühl. Ein Grund mich besonders gut um mich zu kümmern.

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Der gestrige Tag markiert für mich das Ende einer sehr spannenden Etappe meiner Lebensreise. Vor einem Jahr waren wir ebenfalls beim Abschlussfest dieser Schule, als zukünftige Teile dieser großen Gemeinschaft. So haben wir uns das damals zumindest gedacht.

Ein Schuljahr lang war ich Begleiterin und Zeugin der herausfordernden Lernprozesse meines Sohnes, Zaungästin bei einigen schulinternen Veranstaltungen und vor allem Kundin eines pädagogischen Unternehmens. Keinen Augenblick habe ich mich als Teil einer Gemeinschaft gefühlt. Irgendwie traurig.

– Was waren das dann aber für anregende Gespräche gestern? Gab’s denn keine positiven Kontakte, Begegnungen, zwischenmenschliche Bereicherungen?

Doch, ja, natürlich!

Aus diesem Jahr, das mich selbst so vieles gelehrt und Entwicklungsprozesse ermöglicht hat, nehme ich eine sehr bedeutende Erfahrung mit: auch an Orten, die so völlig anders schwingen, als ich selbst, finden sich Menschen, mit denen es eine Freude ist zusammen zu kommen!

Wieder durfte ich gestern erleben, was es heißt von Herz zu Herz zu kommunizieren. Offen zu sein für den anderen und vertrauen zu können, dass da genügend Raum ist für das, was ich zu sagen, zu geben, zu zeigen habe. Und gegenseitige Wertschätzung zu erfahren.

Wir Menschen sind so unterschiedlich!

Zu erwarten, dass alle das Gleiche denken, das Gleiche gut finden, sich für das Gleiche begeistern müssen, – was für eine Vorstellung!?! Wie einseitig und langweilig wäre diese Welt?

Und wie schrecklich die Vorstellung, dass ich allein bin unter lauter Menschen, deren Lebensüberzeugungen den meinen um 180 Grad entgegen gesetzt sind!

Nun, so extrem ist es vielleicht nie. Es gibt aber Momente, da fühlt es sich genau so an. Zum Beispiel dann, wenn rund herum alle ein ängstliches, daher sehr enges Ziel vor Augen haben und verbissen verfolgen. Und selbst bin ich beflügelt und voll Zuversicht, weil eine tiefe innere Gewissheit ein ganz anderes, ein kraftvolles, weites, ein lebendiges Ziel weist!

Wie gut tut es da, wenn Menschen auftauchen, die diese Zuversicht teilen, deren Ziel sich ebenso lebendig und weit anfühlt! (Ich denke nur an die Laising-Gemeinschaft, von der ich sicher noch berichten werde!)

Ich habe gelernt, dass Weite und Zuversicht, wenn ich mir ihrer bewusst und sicher bin und sie für mich lebe, andere Menschen anziehen, die ähnlich unterwegs sind. Eine anschauliche Demonstration für das Gesetz der Resonanz /das Gesetz der Anziehung.

Natürlich begegnen mir immer noch Zweifler, Kritiker, Aburteiler. Aber viel viel seltener als früher!

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Bei René Egli habe ich gestern von den zwei Arten der Intelligenz gelesen, die uns Menschen zur Verfügung stehen. Eine völlig neue Perspektive auf ein bekanntes Phänomen.

Wir Menschen besitzen die „Kopf-Intelligenz“, unseren Verstand, der analytisch aus den bekannten, aus den selbst gelernten, „gewussten“ Fakten Schlussfolgerungen und „wissenschaftliche“ Erkenntnisse zieht.

Und wir besitzen die „Herz-Intelligenz“, unsere Intuition, den Zugriff auf alle Informationen, auf die Weisheit des Universums, die uns spontan Erkenntnisse eingibt und uns durch unser Leben führt.

Die eine ist herleitbar, beweisbar, begrenzt, die andere oft unerklärlich, für den Verstand nicht erfassbar, unbegrenzt. Wir haben beide Möglichkeiten!

Es scheint, als haben wir als Menschheit seit langem die erste Variante in den Vordergrund gestellt, fühlen uns mit dem Beweisbaren und Erklärbaren auf der sicheren Seite. Doch haben wir uns dadurch von der Weisheit des Universums abgeschnitten!

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Viele Menschen nutzen noch immer – oder wieder vermehrt – auch ihre Herz-Intelligenz. Treffen diese auf Menschen, die sich dies verwehren, deren Zugang – durch welche kindlichen Erfahrungen auch immer – abgeschnitten worden ist, dann entsteht oft ein unangenehmes Gefälle, weil die Kopf-Intelligenz mit vielen Worten und stichfesten Argumenten die Wahrheit der Herz-Intelligenz zunichte redet.

Sehr oft ist mir das so gegangen, und ich bin mir klein und dumm und wertlos vorgekommen! Und habe doch gleichzeitig so große Kraft hinter meinem Wissen gespürt, das ich bloß nicht analytisch untermauern konnte.

Wir sind unterschiedlich geübt und unterschiedlich bereit für den Zugang zum großen Ganzen. Wir kommen damit auf die Welt und können uns jederzeit dazu bekennen oder dagegen entscheiden.

So wie jedes Baby mühelos tauchen kann, es aber – mangels Möglichkeit – verlernt, liegt es auch an den Möglichkeiten der Außenwelt, wenn wir als Kinder und später Erwachsene die Fähigkeit verloren haben uns mit dem Universum zu verbinden und Teil am universalen Wissen zu haben.

Es tut gut zu wissen, dass wir nicht abgeschnitten sind, niemals. Und dass wir den Zugang wieder finden können, wenn wir uns dafür entscheiden.

Wenn ein Gespräch stockt, ich mich unwohl fühle dabei und keine echte Verbindung aufkommt, dann weiß ich jetzt, dass möglicherweise einer von uns vom Verstand, aus der Enge, aus der Angst und der andere aus der Weite der Herz-Intelligenz kommuniziert.

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Wir Menschen sind so unterschiedlich! Und das ist gut so. Denn jeden Tag, mit jeder Begegnung lernen wir so viel Neues und Wertvolles über uns selbst und das Leben.

So ist auch diese Etappe mit ihren Herausforderungen, Missverständnissen und Enttäuschungen ein großer Gewinn und Lehrmeisterin auf meinem Weg zu mir selbst gewesen.

Nun geht es weiter, dankbar und voll Zuversicht, Weite und Offenheit.

Danke, all ihr Menschen! Danke mir selbst!

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Mir ist jetzt angenehm warm. Bald wird mein Sohn heimkommen und mir von der Übernachtung im Zelt am Schulgelände berichten, von seinen Erfahrungen mit seinen Freunden, den PägagogInnen, dem Abschlussprozedere am letzten Tag in dieser Schule.

Ich freue mich darauf. 🙂

Reisetagebuch Tag 1

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AstgegenSonneFerienzeit, Urlaubszeit, Sommer. Die Leute verreisen, rundherum sehe ich Touristen. Verlockende Angebote in den Auslagen der Reisebüros. Wenn ich Zug fahre, die fremdsprachigen sonnengebräunten Menschen mit Koffern werden mehr.

Ich mag Reisen. Und das Schöne am Reisen ist für mich die Offenheit. Weil ich Zeit habe, weil ich mich im Hier und Jetzt wohl fühle, kann ich einfach sein, und schauen, was passiert.

Gestern habe ich beschlossen, dass ich von nun an mein ganz alltägliches Leben, jeden einzelnen Tag als Teil meiner Reise betrachte. Bei René Egli hab ich gelesen, dass wir oft so von unserem Ziel eingenommen sind, dass wir überall nur mehr dieses eine Ziel sehen und gar nichts anderes mehr wahrnehmen. Was wir da alles verpassen!

Du kennst vielleicht den Effekt, wenn du nach einem vermeintlich grünen Gegenstand suchst und du direkt davor stehen kannst, ohne ihn zu bemerken, weil er in Wahrheit nicht grün, sondern blau ist.

Schon bei Bärbl Moor ist zu lesen, dass wir das, was wir uns wünschen, formulieren und dann mehr oder minder vergessen sollen. Ich verstehe darunter, dass ich offen bleibe für den Rest des Lebens, für all die Hinweise und Erfahrungen, die für mich bereit sind auf dem Weg zu meinem Wunsch, meinem Ziel.

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Ich habe also beschlossen so offen zu sein, als ob ich auf Urlaub wäre und auf Reisen. Und damit diese Reise noch mehr Spaß macht, habe ich weiters beschlossen sie hier zu dokumentieren. Ich möchte die wichtigsten und schönsten Erlebnisse und Erkenntnisse niederschreiben, für dich, aber ganz besonders auch für mich selbst.

Ach ja, vielleicht fragst du, ob meine Reise ein konkretes Ziel hat, wohin ich gerne kommen will?GrünumDonau

Ich habe eine ungefähre Richtung. Auf mich selbst hin, zu mir. Meine Wünsche z.B. nach einem Platz zum Wohnen in der Natur mit lieben Menschen, Tieren, verteilten Aufgaben; nach einer Möglichkeit mit meinen Stärken richtig viel Geld zu verdienen; nach einem Weg meine Ideen zu einem neuen Heranwachsen von Menschen verständlich und umsetzbar aufzubereiten,  sind mir Orientierung, – Leitsterne am Firmament.

Auf dieser Reise möchte ich viel lernen. Heute nehme ich mir vor, dass ich lerne anzukommen. In jedem einzelnen Moment meiner Reise.

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Den ersten Tag meiner Reise habe ich wie gewohnt mit meinen Körperübungen begonnen. Eine halbe Stunde aus Dehnen, Lockern, Kräftigen und Bewegen, die fünf Tibeter als Abschluss. So kann ich in meinem Körper ankommen.

Doch ist das nicht notwendigerweise auf Dauer. Denn wenn ich etwas Neues, Unbekanntes tue, kann es sein, dass ich – schwupp – wieder nur mehr im Kopf bin. Ich merke das an fahrigen Bewegungen oder wenn ich mich irgendwo stoße. Wie kann ich da weiter mit allen Sinnen erleben, was es zu erleben gibt?

Das ist typisch für’s Reisen, dass wir an unbekannte Orte kommen und mit fremden Menschen zu tun haben. Ich möchte lernen da zu bleiben: in meinem Körper, im Hier und Jetzt. Dazu, das weiß ich, hilft mir das Atmen. Tief und bewusst ein- und ausatmen. Spüren, wo sich der Körper füllt und wieder leert.

Routine ist gut, Atmen ist besser. Liebevolles Atmen. Dann verwandelt sich auch die Angst in Vertrauen und vielleicht sogar Neugierde.

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Jetzt bin ich hier angekommen, vor dem Computer. Schreibe meine erste Eintragung in dieses virtuelle Reisetagebuch. Spannend, – ich bin ganz aufgeregt. Denn von jetzt ab habe ich jeden Tag einen Fixpunkt: die Eindrücke meiner Lebensreise finden Platz hier in diesem Blog.SAM_1403.1Füsse

Bist du neugierig, wie sie weiter geht? Was ich lerne, welche Erfahrungen ich mache? Welche Wunder mir passieren? Und ob ich das eine oder andere Ziel erreiche, ohne, dass die Reise enden würde?

Ich freue mich darauf, und ich freue mich, wenn du mich begleitest mit deiner Neugier, vielleicht auch mit einem Kommentar hie und da.

von Herzen,

Gabi